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ONLINE-SICHERHEIT
21. AUG. 2025

Was tun bei Betrug im Internet? So handelst du, wenn du gescammt wurdest

Es kann jedem passieren: Du gehst deinem Tag ganz normal nach und plötzlich bekommst du eine Nachricht von einem vermeintlichen Familienmitglied, das sein Handy verloren hat. Klar, dass du helfen willst, also überweist du das Geld. Später stellt sich heraus: Hinter der Nachricht steckte gar nicht deine Schwester oder dein Cousin, sondern ein Betrüger. Autsch! Ges­cammt zu werden, fühlt sich bitter an. Aber keine Sorge: Wir sind hier, um dir zu helfen. In diesem Artikel erfährst du, was du nach einem Online-Betrug tun kannst und, noch wichtiger, wie du dich künftig davor schützt.

Mach dir keine Vorwürfe

Vielleicht denkst du jetzt: „Wie konnte ich nur darauf reinfallen?!“, aber sei nicht zu streng zu dir. Tatsache ist: Jeder kann Opfer von Online-Betrug werden. Die Maschen sind vielfältig und oft so täuschend echt, dass selbst erfahrene Nutzer sie nicht sofort erkennen. Betrüger entwickeln ständig neue Tricks und sobald man glaubt, alle zu kennen, taucht schon der nächste Scam auf. Die gute Nachricht: Viele bekannte Betrugsfälle sind dokumentiert und die meisten Scams folgen ähnlichen Mustern. Sich dieser Muster bewusst zu sein, ist bereits ein wichtiger erster Schritt. Doch jetzt geht es erst einmal darum, wie du mit den Folgen eines Scams umgehst, und später schauen wir uns an, wie du dich künftig schützen kannst.

Mann im weißen Hemd hält ein Smartphone in der Hand und sucht online nach Tipps, was er tun kann, wenn er Opfer von Online-Betrug geworden ist.

Was tun bei Betrug im Internet? Erste Schritte, wenn du gescammt wurdest

Höre auf dein Bauchgefühl

Kennst du diese Mails, in denen dir plötzlich ein Millionenvermögen versprochen wird, weil ein entfernter Verwandter gestorben ist? Klingt zu schön, um wahr zu sein, und genau das ist es auch. So läuft es mit fast allen Scams: Wenn es unglaublich klingt, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Betrug. Vor allem, wenn es um dein Geld geht, ist Vorsicht besser als Nachsicht. Vertraue deinem Instinkt und informiere dich, bevor du handelst. Hast du ein mulmiges Gefühl, lass lieber die Finger davon.

Beende den Kontakt und blockiere das Konto

Je nachdem, um welche Art von Scam es sich handelt, solltest du sofort den Kontakt abbrechen: Blockiere die Nummer, das Konto oder die Person, die dich gescammt hat. Bei einem Kreditkartenbetrug friere dein Konto ein und melde den Fall sofort deiner Bank oder deinem Kreditkartenanbieter. Und ganz wichtig: Überweise kein weiteres Geld und verschicke keine Codes! Wenn es sich um Betrug mit Geschenkkarten handelt, informiere immer das Unternehmen. So können sie ihre Sicherheitshinweise anpassen und andere Kunden vor der gleichen Falle warnen.

Tipp: Hebe alle Nachrichten und Belege auf – sie dienen dir später als Beweise.

Scam melden: So gehst du bei Online-Betrug vor

Welche Schritte musst du jetzt konkret einleiten? Das hängt natürlich davon ab, um welche Art von Scam es sich handelt. Doch ein paar Maßnahmen sind immer entscheidend. Allen voran: Sichere deine Accounts und lass deine Kreditkarte sperren. Doch welche Stellen zuständig sind und was genau du melden solltest, kann schnell unübersichtlich wirken. Keine Sorge: wir haben die wichtigsten Schritte für dich übersichtlich zusammengefasst.

1. Konto und Kreditkarte sperren

Hast du bereits Geld an den Betrüger überwiesen? Dann solltest du sofort dein Konto sperren lassen. Nimm umgehend Kontakt mit deiner Bank oder deinem Kreditkartenanbieter auf und prüfe, ob es eine Möglichkeit gibt, dein Geld zurückzubekommen. Behalte deine Kontobewegungen im Blick und melde jede verdächtige Aktivität sofort, damit die Bank schnell reagieren kann.

2. Kontos absichern und Passwörter ändern

Hast du dem Betrüger Zugang zu einem deiner Accounts verschafft? Dann ändere sofort deine Passwörter und aktiviere, wenn möglich, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Achte darauf, ein starkes Passwort zu wählen, das nicht leicht zu knacken ist. Und falls du dir Passwörter schwer merken kannst: Es gibt sichere, kostenlose Passwort-Manager wie etwa LastPass, in denen du deine Zugangsdaten bequem speichern kannst.

3. Scam melden

Sind deine Konten gesichert, geht es um den nächsten Schritt: Melde, was passiert ist. Wenn du Opfer von Online-Betrug geworden bist, gibt es mehrere Stellen, an die du dich wenden kannst. So stellst du sicher, dass der Vorfall registriert wird und andere nicht in die gleiche Falle tappen.

  • Familie und Freunde informieren
    Es mag dir vielleicht unangenehm sein, deiner Familie oder deinen Freunden zu erzählen, dass du gescammt wurdest, aber Ehrlichkeit ist hier entscheidend. Vor allem dann, wenn der Betrüger auch sie kontaktiert hat, um Geld zu verlangen. Ein Scam kann jedem passieren! Sag offen, was geschehen ist und welche Schritte du bereits unternommen hast, damit sie Bescheid wissen und keinen weiteren Schaden nehmen.

  • Behörden einschalten
    Wende dich an die Polizei, die Verbraucherzentrale oder eine spezielle Plattform, um den Scam zu melden. Erstatte Anzeige und dokumentiere den Vorfall, wo immer es möglich ist. So trägst du nicht nur zu deiner eigenen Absicherung bei, sondern hilfst auch anderen Menschen, wachsam zu bleiben.

  • Persönliche Daten weitergegeben?
    Identitätsdiebstahl ist kein Spaß! Wenn du vertrauliche Informationen wie deine Sozialversicherungsnummer, Ausweis- oder Steuerdaten herausgegeben hast, besuche umgehend die Website deiner zuständigen Behörde und folge den offiziellen Anweisungen. So kannst du weiteren Schaden begrenzen.

  • Opfer von Geschenkkarten-Betrug?
    Kontaktiere sofort das Unternehmen, dessen Geschenkkarte betroffen ist, und melde den Vorfall. Viele Anbieter können ihre Sicherheitshinweise aktualisieren und so andere Nutzer schützen.

  • Mit Kryptowährung bezahlt?
    Im digitalen Zeitalter gibt es unzählige Bezahlmethoden, darunter auch Kryptowährungen. Hast du über eine zentrale Kryptobörse gezahlt, melde den Scam sofort bei der Plattform und frag nach einer Rückerstattung. Bei dezentralen Börsen ist eine Rückbuchung leider nicht möglich.

4. Vorbeugen ist besser: So schützt du dich vor dem nächsten Online-Scam

Findest du dich in einer ähnlichen Situation wieder? Dann gilt: Nicht noch einmal darauf reinfallen! Schütze deine Daten und sei misstrauisch, wenn dir etwas bekannt vorkommt oder sich genauso anfühlt wie beim letzten Mal. Lieber einmal zu vorsichtig als erneut gescammt. Achte auf unerwartete Nachrichten oder Anfragen nach sensiblen Informationen, und überprüfe im Zweifel immer die Echtheit der Absender. Denk daran: Dich vor Online-Betrug zu schützen beginnt damit, dass du die Muster erkennst und rechtzeitig gegensteuerst.

Frau schaut besorgt auf einen Bildschirm, weil sie online gescammt wurde

So erkennst du Scams und beugst künftig Online-Betrug vor

Jetzt weißt du, welche Schritte wichtig sind, wenn du gescammt wurdest – doch am besten ist es natürlich, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Deshalb lohnt es sich zu wissen, wie du einen Scam erkennst. Hast du beim Lesen einer Nachricht ein mulmiges Gefühl? Öffne lieber zuerst deinen Browser und prüfe, ob es ähnliche Fälle gibt, die bereits gemeldet wurden. So findest du schnell heraus, ob dein Bauchgefühl richtig liegt. Hilfreich ist es auch, sich regelmäßig über Betrugsmaschen zu informieren, zum Beispiel in unserem Artikel über bekannte Scams und wie du sie vermeidest. So bleibst du auf dem Laufenden und weißt, welche Tricks Betrüger aktuell im Netz einsetzen.

Bleib informiert auf der sicheren Seite

Ob Betrug, Scam oder Phishing – manchmal fühlt sich das Internet wie ein Schlachtfeld für deine Privatsphäre an. Doch das muss nicht sein. Es gibt viele Initiativen, die sich dafür einsetzen, Menschen online zu schützen. Auch wir gehören dazu! Und wenn du noch mehr Tipps suchst: Unser Magazin ist voller nützlicher Ratschläge und es kommen laufend neue hinzu. Bleib dran und schau regelmäßig bei uns vorbei.

Übersetzt von Volina Șerban

Mandy Meeuwsen
Geschrieben von Mandy Meeuwsen